Das Reich der Kleinen – Teil 3: Selbstbestimmung im Jugendzimmer

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Wenn aus Kindern junge Erwachsene werden, dann verändert sich sehr viel – auch das Zimmer des einstmaligen Kindes. Viele Spielzeuge, die früher treue Begleiter waren, werden von den Heranwachsenden nun als kindisch angesehen. Das Hochbett entspricht womöglich auch nicht mehr dem Wunsch des Teenagers und die Wandfarbe muss auch nicht mehr länger zu den Favoriten Ihres Nachwuchses gehören. Doch nicht nur der Aspekt der Geschmacksveränderung spielt eine Rolle – die Umgestaltung eines Kinderzimmers zu einem Jugendzimmer ist auch ein symbolischer Akt; es läutet eine neue Lebensspanne ein. Worauf Sie bei der Umgestaltung achten sollten, erklären wir Ihnen im dritten Teil unserer Serie „Das Reich der Kleinen“.

Kompromisse finden

Bevor Sie planen und festlegen, wie das neue Zimmer Ihres Kindes aussehen soll, sollten Sie sich einer Sache bewusst werden: Ihr Kind wird erwachsen und ist in einem Alter, in dem es selbst Entscheidungen treffen kann und weiß, was es will. Entscheiden Sie also nichts über den Kopf des Teenagers hinweg. Setzen Sie sich lieber mit Ihrem Kind zusammen und diskutieren gemeinsam darüber, was alles verändert werden muss und welche Elemente auch für das neue Zimmer behalten werden können. Gehen Sie ruhig Kompromisse ein, achten Sie allerdings gleichermaßen darauf, dass Sie nicht zu nachgiebig sind. Wenn es um die Farben geht, die das Zimmer dominieren sollen, oder darum, welche neuen Möbel es sein sollen, können Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter gerne die Oberhand gewinnen lassen. Läuft es jedoch darauf hinaus, dass wichtige Elemente des Zimmer entfernt werden sollen – beispielsweise der Schreibtisch; ein gerne gewähltes Argument ist, dass die Hausaufgaben auch auf dem Bett oder dem Boden, womöglich auch in der Küche oder dem Wohnzimmer gemacht werden können –, sollten Sie unbedingt einschreiten und Ihren eigenen Willen durchsetzen. Zu Kompromissen bereit zu sein, bedeutet letztendlich nicht, auf alle Wünsche Ihres Kindes eingehen zu müssen – allerdings auf den Geschmack Ihres Kindes Rücksicht zu nehmen, auch wenn sie selbst nichts mit den Vorlieben des Teenagers anfangen können.

Erwachsene Designs

Aufeinander abgestimmte Möbel schaffen ein harmonisches und erwachsenes Bild.

Aufeinander abgestimmte Möbel schaffen ein harmonisches und erwachsenes Bild.

Der größte Unterschied zwischen einem Kinder- und Jugendzimmer besteht darin, dass bei letzterem das Spielzeug gegen Hobby- und Sammelartikel ausgetauscht wird. Statt Spielzeugsoldaten stehen CDs, DVDs und Computerspiele in den Regalen, statt Pferdebildern hängen Poster des Lieblingssängers oder -schauspielers an den Wänden. Das Gesamtbild geht in die Richtung einer Einzimmerwohnung, die mit erwachsenen Designs gefüllt ist. In einem Zimmer vereinen sich plötzlich Schlaf-, Wohn- und Arbeitszimmer. Wandtattoos und Bemalungen machen zudem meist weißen oder durchgehend farbigen Wänden Platz und auch die Möbel entsprechen eher dem, was die eigenen Eltern im Wohn- und Schlafzimmer stehen haben. Möbel, die zusammenpassen, werden überwiegend bevorzugt. Ihr Kind wird erwachsen und dies spiegelt sich auch in der Zimmergestaltung wider. Zu pauschalisieren wird bei den verschiedenen Geschmäckern der unterschiedlichsten Menschen schwer. Die einzige brauchbare Regel kann sein: Hören Sie Ihrem Kind zu, wenn es äußert, was es für sein neues Zimmer möchte. Der Teenager weiß am besten, was ihm gefällt und mit welchen Zimmerelementen er sich wohlfühlt – und dies ist letztendlich das Wichtigste bei der Gestaltung eines Jugendzimmers. Überlassen Sie daher auch die Dekoration des Zimmers vollends Ihrem Kind.

Schule vs. Internet

Der Schreibtisch ist mitunter der wichtigste Platz in einem Jugendzimmer – auch wenn der Teenager selbst dies vielleicht nicht so sehen mag. Doch hier wird für die Schule gelernt und sich auf die anstehenden Tests und Arbeiten vorbereitet, die letztendlich einen großen Einfluss auf den weiteren Lebensweg haben können. Mit dem Eintritt in das Jugendalter kommt dem Schreibtisch allerdings eine weitere Aufgabe zu: Neben den Schulsachen muss nun auch noch genug Platz für den Computer da sein. Dieser wird mittlerweile zwar auch für die Schule gebraucht – beispielsweise zum Recherchieren –, dient den meisten Jugendlichen heutzutage aber wohl eher als Kommunikationsmedium, mit dem sie auf Facebook ihre Alltagsgeschichten und Internetfunde präsentieren oder auch einfach nur mit Freunden chatten können. Dementsprechend muss der Schreibtisch viel Platz bieten, damit auch beide Bereiche nebeneinander existieren können, ohne sich in die Quere zu kommen. Schreibtische mit einem Tastaturauszug bieten sich besonders an. So kann die Tastatur problemlos verschwinden, wenn der Computer nicht gebraucht wird, wodurch der Arbeitsbereich nicht unnötig minimiert wird. Auch integrierte Schubladen oder ein Rollcontainer, der bequem unter den Schreibtisch passt, sorgen für viel Platz auf der Arbeitsfläche. In Schubladen kann Büromaterial wie Locher, Tacker, Klarsichthüllen und ähnliches verstaut werden, ebenso wie Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, die sich andernfalls auf dem Schreibtisch ausbreiten und für Unordnung sorgen würden. Auch ein Regal oder eine Wandleiste über dem Schreibtisch sorgt dafür, dass die Schreibtischplatte frei für schulisches Arbeiten bleibt. Hier können nicht nur Bücher, Stifte und Scheren aufbewahrt werden – eine solche Anbringung bietet sich auch wunderbar für Fotos, Erinnerungsstücke und andere dekorative Elemente an.

Eine Schreibtischlampe sorgt für ausreichend Licht am Arbeitsplatz.

Eine Schreibtischlampe sorgt für ausreichend Licht am Arbeitsplatz.

Auch die richtigen Lichtverhältnisse spielen beim Arbeitsplatz Ihres Kindes eine wichtige Rolle. Ein Schreibtisch sollte immer seitlich zu einem Fenster stehen – so wird Ihr Kind weder von einem frontalen Lichteinfall geblendet noch verdeckt es das Licht mit seinem Körper. Optimal ist es, wenn das Licht bei Rechtshändern von der linken und bei Linkshändern von der rechten Seite kommt. Dennoch sollte stets noch eine zusätzliche Lichtquelle in Form einer Lampe zur Verfügung stehen. Dies ist nicht nur abends, wenn die Sonne bereits untergangen ist, sinnvoll, sondern auch an trüben Tagen, an denen nicht sonderlich viele Sonnenstrahlen durchs Fenster fallen. Ebenso wichtig ist der richtige Schreibtischstuhl. Am besten eignen sich Drehstühle mit Rollen, die höhenverstellbar sind. Gerade bei Jugendlichen, die noch wachsen, ist dies eine sinnvolle Anschaffung, da die richtige Höhe kinderleicht eingestellt werden kann. Darüber hinaus sind viele Drehstühle aufs lange Sitzen ausgelegt und unterstützen die Haltung so gut wie möglich.

Platz für Freunde

Gerade Jugendliche legen besonders viel Wert auf ihren Freundeskreis und treffen sich gerne mit ihren Freunden. Dafür muss dann im eigenen Zimmer natürlich genug Platz sein. Dabei hängt eine möglichst große Nutzfläche nicht unbedingt von der Größe des Zimmers ab. In ein großes Jugendzimmer passt natürlich bequem eine Sitzecke hinein, möglicherweise mit einer richtigen Couch und einem Beistelltisch, aber auch kleine Zimmer können über genügend Platz für ein gemütliches Treffen der Teenager verfügen. Sitzsäcke sind beispielsweise eine gute Alternative zu einer Couch – zumal diese relativ platzsparend verstaut werden können, wenn sie nicht gebraucht werden. Auch eine Schlafcouch ist eine Möglichkeit, tagsüber viel Platz und ausreichend Sitzmöglichkeiten für Besuch zu schaffen. Allerdings bedeutet eine solche natürlich, dass jeden Abend und Morgen das Möbelstück zum Bett und wieder zurück zur Couch umgebaut werden muss. Viele Teenager bevorzugen eher ein richtiges Bett. Aber auch ein solches kann ein Platzwunder sein. Es gibt Betten mit einem ausziehbaren zweiten Bett, was besonders praktisch ist, wenn Ihr Kind einen Freund oder eine Freundin bei sich übernachten lassen möchte.

Lesen Sie auch die ersten beiden Teile dieser Serie:
Das Reich der Kleinen – Teil 1: Wohlfühlatmosphäre fürs Babyzimmer
Das Reich der Kleinen – Teil 2: Das Kinderzimmer als Räuberhöhle

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