Das Reich der Kleinen – Teil 2: Das Kinderzimmer als Räuberhöhle

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Nicht nur, damit das Spielzeug nicht in der gesamten Wohnung herumliegt, brauchen Kinder ihr eigenes Zimmer. In einem solchen können sie vor allem spielen, basteln und ihre wilden Ideen ausleben. Es dient außerdem als Versteck, wenn das Kind etwas angestellt hat, und als Rückzugsort, wenn die Traurigkeit überhandnimmt. Ein Kinderzimmer ist ein kleines Reich, das dem Kind gehört und in dem Eltern nur bei wirklich wichtigen Dingen etwas zu sagen haben. Zudem hilft ein richtig gestaltetes Kinderzimmer bei der Entwicklung – sowohl in sozialer Hinsicht als auch die Selbstständigkeit betreffend. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie das Zimmer Ihres Kindes einrichten, und was es für unterschiedliche Möglichkeiten gibt, verraten wir im zweiten Teil unserer Reihe rund um das Gestalten der Zimmer Ihres Nachwuchses.

Wände zum Bemalen

Mit Wandtattoos und Wandsticker zaubern Sie die Lieblingsmotive Ihres Kindes auf die Kinderzimmerwände.

Mit Wandtattoos und Wandsticker zaubern Sie die Lieblingsmotive Ihres Kindes auf die Kinderzimmerwände.

Farben und Kinder gehören zusammen und deswegen sollten auch die Wände eines Kinderzimmers nicht einfach nur weiß sein. Sie sollten mit bunter Farbe gestrichen sein und dürfen durchaus auch Motive aufweisen – etwa in Form einer Bordüre oder eines Wandtattoos. Wichtig bei der Gestaltung der Wände ist, dass Sie Ihr Kind miteinbeziehen. Auch Dreijährige können bereits äußern, welche Farben sie toll finden und welche Tiere blöd und auf solche Vorlieben und Abneigungen sollten Sie bei der Gestaltung des Kinderzimmers achten – denn kein Kind fühlt sich in einem Zimmer wohl, das mit Elementen bestückt ist, die es nicht mag. Lassen Sie Ihr Kind auch bei der Umsetzung helfen. Geben Sie ihm einen Pinsel in die Hand oder lassen Sie es die Folie des Wandtattoos abziehen. Dass es sein Zimmer selbst gestrichen und gestaltet hat, wird Ihrem Kind im Gedächtnis bleiben und es auch mit einer gewissen Portion Stolz erfüllen.

Eine sehr praktische Idee ist, einen Teil der Wand mit Tafellack zu bestreichen. So kann Ihr Kind die Wände bemalen, ohne dafür Ärger zu bekommen, und wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an anderen Wänden oder Möbeln vergreifen, um sich künstlerisch auszuleben. Eine weitere Möglichkeit sind Magnettafeln, die an Wänden befestigt werden können. Mit Magneten in Form von Tieren oder Buchstaben kann Ihr Kind lustige Geschichten erfinden und nachspielen oder die ersten Schritte in Richtung Lesen und Schreiben machen.

Zwischen Piratenbetten und Feen-Symbolen

Themenzimmer eignen sich gut für Kinder, die sich für bestimmte Dinge ganz besonders interessieren. Bei Jungs reichen diese Interessen von Fußball über Piraten bis hin zu Feuerwehrmännern. Bei Mädchen können es Prinzessinnen, Feen oder auch Pferde sein. Finden Sie einfach heraus, was Ihr Kind am meisten mag und gestalten Sie das Zimmer dementsprechend. Ist Ihr Sohn beispielsweise ein großer Fan von Weltraumabenteuern, so bietet es sich an, die Wände blau zu streichen und mit Wandstickern zu verzieren, die verschiedene Planeten und Raumschiffe darstellen. Das Bett kann auch die Form eines Raumschiffes annehmen und von der Decke kann eine Nachbildung des Sonnensystems in Form eines Mobiles hängen. Eine tolle Raumfahrerbettwäsche gehört ebenfalls auf jeden Fall dazu. Wenn Ihre Tochter hingegen eher ein Fan von Blumen und Marienkäfern ist, darf ein grüner Teppich mit Blumenmustern nicht fehlen. Die Wände müssen nicht unbedingt grün gestrichen werden, aber aufgemalte Blumen oder entsprechende Wandtattoos werden Ihrem Kind ein Lächeln auf die Lippen zaubern – vor allem, wenn sich auf den Blumen auch noch Marienkäfer tummeln. Lampenschirme in Form von Blüten passen ebenfalls wunderbar in ein solches Ambiente. Wenn dann auch noch der Kindermaltisch und die dazugehörigen Stühle rot lackiert und mit schwarzen Punkten dekoriert sind, ist das Themenzimmer für Ihre Tochter perfekt.

Robuste Möbel zum Toben

Da Kinder manchmal auch sehr intensiv spielen, braucht ein Kinderzimmer stabile Möbel, die es auch einmal aushalten, wenn auf Ihnen herumgesprungen wird oder Türen geknallt werden. Immerhin sollen Sie Ihrem Kind so lange wie möglich erhalten bleiben – und gerade deswegen bieten sich auch Möbel, die mitwachsen, besonders gut für ein jedes Kinderzimmer an. So gibt es beispielsweise höhenverstellbare Tische und Stühle, Schränke, die sich ausziehen lassen und Betten, die später zu Sessel umfunktioniert werden können. Solche mitwachsenden Möbelstücke schonen natürlich den Geldbeutel, allerdings sollten Sie es damit nicht übertreiben. Vor allem, wenn Ihr Kind älter wird, kann ein neues Bett oder ein neuer Schrank auch etwas Symbolisches haben. Im umfunktionierten Babybett schlafen zu müssen, hat für viele Heranwachsende einen bitteren Beigeschmack und wird als peinlich empfunden. Legen Sie in diesem Fall lieber mehr Wert auf die Gefühle Ihres Kindes als auf eingespartes Geld.

Die richtige Matratze fördert den gesunden Schlaf Ihres Kindes. (Quelle: istockphoto)

Die richtige Matratze fördert den gesunden Schlaf Ihres Kindes. (Quelle: istockphoto)

Ein sehr wichtiges Möbelstück in einem Kinderzimmer ist ohne Zweifel das Bett. Es ist ein Ruheort, an dem Ihr Kind über Nacht seine Kraftreserven wieder aufladen und sich vor dem Monster im Schrank verstecken kann. Es entscheidet aber auch darüber, wir gut Ihr Kind die Nacht verbringt und womöglich sogar darüber, ob sich seine Skelettstruktur richtig ausbildet. Die noch wachsenden Knochen sind nämlich nicht so stabil wie die eines Erwachsenen und können geschädigt werden, wenn keine hochwertige Matratze zur Verfügung steht. Geizen Sie also beim Kauf einer Matratze nicht. Dies muss während des Schlafens eine optimale Unterstützung des Körper garantieren und darf daher weder zu hart noch zu weich sein. Ein richtig eingestellter Lattenrost unterstützt die Matratze bei dieser Aufgabe und sollte an die Proportionen des Kindes angepasst sein. Für Kinder, die gerade trocken werden, lohnt sich zudem eine Nässeschutzdecke, die unter das Spannbetttuch gelegt wird und sowohl atmungsaktiv als auch waschbar und saugfähig sein sollte. Eine solche mindert zumindest ein wenig das negative Gefühl des Ins-Bett-gemacht-habens und schützt zudem die Matratze.

Ein Bett muss jedoch nicht nur ein Schlafplatz sein – es kann auch ein richtiger Spielplatz sein. Mit sogenannten Abenteuerbetten stellen Sie ganze Klettergerüste in das Zimmer Ihres Kindes. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen – manche bringen eine Kletterwand mit sich, andere ein Seil, an dem hochgeklettert oder das als Schaukel verwendet werden kann. Allerdings birgt ein solches Abenteuerbett natürlich auch reichliche Verletzungsmöglichkeiten. Als Elternteil sollten Sie ihr Kind am besten einschätzen können und entscheiden, ob ein solches Gerüst für dieses geeignet ist. Darüber hinaus kann aber auch ein Hochbett eine sinnvolle Anschaffung sein. Dieses ist sehr platzsparend, da der Bereich unter dem Bett als Spiel- oder Sitzecke genutzt werden kann. Allerdings sollten Sie bei einem solchen darauf achten, dass das Hochbett über ein Geländer, das ein Herausfallen im Schlaf verhindert, und eine tritt- und rutschfeste Leiter verfügt. Natürlich ist ein Hochbett auch nicht für allzu kleine Kinder geeignet. Ihr Kind sollte sicher die Leiter hoch und runter klettern können – erst dann macht ein Hochbett Sinn, da andernfalls die Verletzungsgefahr zu hoch ist. Laut Experten sollten Kinder mindestens sechs Jahre alt sein, bevor ein Hochbett ins Kinderzimmer kommt.

Wenn es um Möbel für Kinder geht, ist es natürlich besonders wichtig, dass weder das Holz noch Lacke Schadstoffe enthalten. Halten Sie daher am besten nach entsprechenden Qualitäts- und Gütesiegeln Ausschau. Möbelstücke, die mit dem Blauen Engel oder dem Goldenen M ausgezeichnet sind, sind beispielsweise bedenkenlos und können gekauft werden, ohne sich Sorgen um den Nachwuchs machen zu müssen.

Ordnung muss sein

Mit einer Spielzeugkiste kann im Kinderzimmer für Ordnung gesorgt werden.

Mit einer Spielzeugkiste kann im Kinderzimmer für Ordnung gesorgt werden.

Dass es in einem Kinderzimmer auch mal aussehen kann wie bei Hempels unterm Sofa, ist kein Geheimnis. Mit ein paar Tricks ist es allerdings gar nicht so schwer, auch Ihr Kind dazu zu animieren, das eigene Zimmer in einem aufgeräumten Zustand zu halten. Eine Möglichkeit sind offene Schränke und Regale – denn so ist es für Ihr Kind sehr schwer, eine mögliche Unordnung zu verstecken. Auch Betten, deren Rahmen direkt am Boden abschließen, verhindern, dass das Spielzeug beim Aufräumen einfach unter das Bett geschoben wird. Gleichzeitig sollten Sie Ihrem Kind auch eine einfache Aufräummöglichkeit geben. Große Boxen, Schachteln und Körbe, die an einer Wand gesammelt werden oder sogar in die Regale passen, machen das Organisieren des Kinderspielzeugs leichter. Sind diese dann noch beschriftet, sollte der Effekt noch größer sein. Schaffen Sie Ihrem Kind einen festen Platz für sein Spielzeug. Wenn es weiß, dass die Spielzeugautos stets in die blaue Kiste und die Bauklötze in die rote Kiste gehören, lernt es von Anfang an, Ordnung zu halten – und das Zimmer bleibt somit auch ordentlich. Ebenfalls bietet es sich an, Ordnung als Dekorationsmittel zu verwenden. So können Sie beispielsweise ein altes Tellerregal passend zur Wandfarbe lackieren und es als Präsentationsblattform für die Lieblingsbücher ihres Kindes im Kinderzimmer integrieren.

Neben der Tatsache, dass ein Kinderzimmer im besten Fall stets aufgeräumt ist, spielt eine andere Art der Ordnung jedoch eine viel größere Rolle: Das Zimmer muss in bestimmte Orte aufgeteilt werden. Dies ist vor allem wichtig, wenn Ihr Kind bereits zur Schule geht und die Grundlagen für sein späteres Leben lernt. Kinder können Freizeit und Arbeit noch nicht so gut trennen wie Erwachsene und deswegen ist es sinnvoll, Ihnen visuelle Grenzen zu setzen. So sollte ein Kinderzimmer in verschiedene Bereiche eingeteilt werden, in denen auch wirklich nur das getan wird, wofür sie geeignet sind. Im Schlafbereich steht natürlich das Bett, im Spielbereich kann Ihr Kind ausgelassen spielen und im Arbeitsbereich werden Hausaufgaben gemacht und gelernt. Um eine visuelle Grenze zwischen den Bereichen zu ziehen, können Sie beispielsweise mit unterschiedlichen Farben oder mit Tieren arbeiten, die den entsprechenden Bereich regieren. So wird es Ihrem Kind leichter fallen, an seinem Schreibtisch auch wirklich seine Hausaufgaben zu machen, statt von irgendwelchem Spielzeug abgelenkt zu werden.

Vorsicht statt Nachsicht

Kinder, die wild herumtoben und beim intensiven Spielen ihre Umwelt erkunden, können sich schnell selbst in Gefahr bringen. Steckdosen sind beispielsweise stets sehr interessant, vor allem, wenn Mama und Papa verboten haben, den Finger hineinzustecken. Aber auch das Fenster kann schnell gefährlich werden, wenn am gegenüberliegenden Baum ein Vogel hockt oder ein Schmetterling draußen vorbei fliegt. Sorgen Sie also dafür, dass die Neugierde Ihres Kindes diesem nicht zum Verhängnis wird. Sowohl für Fenster als auch für Steckdosen gibt es Kindersicherungen, die schwere Verletzungen verhindern. Auch Eck- und Kantenschutz ist durchaus sinnvoll, um schmerzhafte Stoßverletzungen zu verhindern. Regale sollten immer an der Wand festgedübelt sein, damit sie nicht umfallen, wenn Ihr Kind einmal auf die Idee kommt, Bergsteiger zu spielen. Selbst ein Nachtlicht macht das Kinderzimmer ein wenig sicherer, denn gerade Kinder stehen nachts gerne einmal auf, weil sie einen Alptraum hatten oder auf die Toilette müssen – mit einem Nachtlicht sinkt die Stolpergefahr rapide.

Lesen Sie auch den ersten Teil und dritten Teil dieser Serie:
Das Reich der Kleinen – Teil 1: Wohlfühlatmosphäre fürs Babyzimmer
Das Reich der Kleinen – Teil 3: Selbstbestimmung im Jugendzimmer

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