Das Reich der Kleinen – Teil 1: Wohlfühlatmosphäre fürs Babyzimmer

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Wenn der Nachwuchs vor der Tür steht, dann wird es Zeit, ein eigenes kleines Reich für den Wonneproppen einzurichten. Zwar handhaben es viele frischgebackene Eltern so, dass Sie das Neugeborene die ersten Monate noch im Elternschlafzimmer schlafen lassen, doch die Wichtigkeit eines Babyzimmers darf nicht unterschätzt werden. Es sorgt nicht nur für eine Trennung der Lebensbereiche, sondern ebenso für ein Wohlempfinden, das alle Familienmitglieder in den ersten stressigen Wochen sehr gut gebrauchen können. Zudem sollte es auch einen festen Platz geben, an dem das Kind gewickelt werden kann. Für ein Babyzimmer spricht ebenfalls, dass Säuglinge schnell zu Kleinkindern werden, die anfangen zu krabbeln und schließlich zu laufen und dementsprechend auch ihr eigenes Territorium benötigen. In unserem ersten Teil zum Thema Gestaltung von Kinderzimmern verraten wir Ihnen ein paar Gestaltungsideen fürs Babyzimmer und worauf Sie achten sollten, um Ihrem Kind nicht nur ein schönes, sondern auch sicheres Umfeld bieten zu können.

Geschichten auf Wänden und Decken

Bevor ein Babyzimmer eingerichtet werden kann, müssen der richtige Boden ausgesucht und die Wände tapeziert und gestrichen werden. Beim Bodenbelag bietet es sich an, einen Holzfußboden wie etwa Laminat zu nehmen. Im Gegensatz zu Teppichen ist es bei diesen nicht schlimm, wenn einmal Milch, Säfte oder sonstige Flüssigkeiten daneben gehen – und dies geschieht schnell, wenn kleine Kinder im Spiel sind. Außerdem lassen sich glatte Fußböden besser sauber halten. Vor allem bei Familien, bei denen Allergien bekannt sind, sind Holzfußböden die bessere Wahl. Allerdings spricht nichts dagegen, einen losen Teppich im Babyzimmer zu platzieren. Ein solcher lockert das Gesamtbild des Zimmers auf und kann auch schnell zur Spieldecke umfunktioniert werden – wichtig ist in diesem Fall lediglich, dass Sie den Teppich regelmäßig säubern.

Mit Bordüren können Sie jedem Babyzimmer mit wenig Aufwand einen gewissen Charme verleihen.

Mit Bordüren können Sie jedem Babyzimmer mit wenig Aufwand einen gewissen Charme verleihen.

Bei der Wandgestaltung können Sie sowohl auf Motivtapete als auch auf die herkömmliche Wandfarbe zurückgreifen. Gerade für Kinderzimmer gibt es schöne Tapeten mit Tiermotiven wie beispielsweise Enten oder Hunde. Wenn Sie genügend Fantasie und das nötige Talent haben, besteht auch die Möglichkeit, dass Sie selbst mit dem Pinsel Geschichten an die Wände malen. Nach einer Grundierung der Wände mit weißer oder bunter Farbe können Sie alles malen, was Sie möchten. Wie wäre es mit einer Katze, die einem Wollknäuel hinterher jagt? Eine Blumenwiese mit Schmetterlingen und Bienen wäre ebenfalls ein mögliches Motiv. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. So gestalten Sie Ihrem Kind ein individuelles Kinderzimmer, das es ab einem bestimmten Alter bewusst bestaunen und erkunden kann. Vergessen Sie dabei auch nicht die Zimmerdecke. Diese ist prädestiniert, einen mit Sternen oder Wolken bedeckten Himmel zu beherbergen. Wenn die Deckenlampe dann auch noch die Form einer Sonne oder eines Mondes hat, ist das Bild komplett.

Oft heißt es, dass ein Babyzimmer hell und freundlich sein muss. Tatsächlich ist es gut, wenn viel Tageslicht – bitte keine direkte Sonneneinstrahlung – ins Zimmer fällt, aber dies bedeutet nicht, dass Sie das Zimmer nur mit hellen Farben ausstatten müssen. Sofern die Möbel weiß lackiert oder aus hellem Holz gefertigt sind, spricht nichts dagegen, die Wände in einer dunkleren Farbe zu streichen. Auch mit einer solchen wird das Babyzimmer noch immer Gemütlichkeit und Freundlichkeit ausstrahlen. Gehen Sie bei der Wahl der Farben also ruhig nach Ihren persönlichen Vorlieben und lassen sich nicht von sogenannten gängigen Meinungen einschränken.

Wickeltisch und Babybett

Bei der Einrichtung des Babyzimmers sind zwei Möbelstücke besonders wichtig: Wickeltisch und Babybett – denn diese werden besonders regelmäßig benutzt. Dabei spielt keineswegs nur die Praktikabilität dieser Möbel eine Rolle, sondern vor allem auch das Thema Sicherheit. Die Geschichten von Babys, die vom Wickeltisch fallen, sind gerade bei frischgebackenen Eltern allgegenwärtig, doch die modernen Wickelkommoden möchten dieses Risiko soweit wie möglich minimieren. Mit vielen Schubladen und Fächern ausgestattet, sorgen die neueren Modelle dafür, dass Eltern den Wickeltisch nicht mehr verlassen müssen, um noch etwas Wichtiges zu holen. Stattdessen bieten sie genug Platz und Stauraum, um wirklich alle Utensilien, die für einen Wickelhergang benötigt werden, in greifbarer Nähe zu lagern. Dies betrifft nicht nur Windeln, Babypuder und Feuchttücher, sondern auch Strampler, Bodys und Socken. Achten Sie beim Kauf einer Wickelkommode also am besten darauf, dass sie viele Schubladen und Ablageflächen besitzt. Ebenfalls sollten Sie keine Modelle mit spitzen Ecken und scharfen Kanten erwerben. Gerade wenn die Kinder anfangen, sich eigenständig zu drehen, besteht bei solchen Wickeltischen eine hohe Verletzungsgefahr. Um noch mehr Stauraum zu schaffen, können Sie über der Wickelkommode auch noch ein Regal anbringen. Alternativ bietet sich auch ein Heizstrahler an, so dass dem Kind beim Wickeln oder auch nach dem Baden nicht zu kalt wird.

So niedlich es auch aussehen mag - ein Himmel hat nichts an einem Babybett verloren.

So niedlich es auch aussehen mag – ein Himmel hat nichts an einem Babybett verloren.

Beim Babybett gibt es eine ganz einfache Regel zu beachten: Abgesehen von einer Matratze und dem Kind gehört nichts in ein Babybett. Natürlich sieht es sehr schön und niedlich aus, wenn sich Kuscheltiere am Kopfbereich befinden oder ein Himmel über dem Bettchen hängt, doch wenn Sie Ihrem Kind und sich selbst einen Gefallen tun möchten, dann sollten Sie auf solche Dinge verzichten. Kuscheltiere erhöhen die Erstickungsgefahr – Ihr Kind muss sich lediglich einmal falsch drehen und mit dem Gesicht auf einem der Plüschtiere landen. Gleiches gilt für Kissen und Decken. Das Kind kann unter den Stoff rutschen und aufgrund der geringen Luftzufuhr ersticken. Wenn Sie eine Unterlage für den Kopf ins Bett legen möchten, so verwenden Sie lieber ein Stilltuch. Statt einer Decke sollten Sie auf einen Schlafsack zurückgreifen. Diese sind zwar ziemlich teuer, bieten aber den optimalen Schutz – sowohl vor einer möglichen Erstickungs- als auch Erkältungsgefahr. Ein Himmel hat ebenfalls nichts am Babybett zu suchen, denn unter einem solchen staut sich die Luft und verhindert eine ausreichende Luftzirkulation. Da dies den plötzlichen Kindstod fördert, ist unbedingt von einem Himmel abzuraten. Gleiches wird auch über sogenannte Nestchen gesagt – allerdings gelangt in einem gut belüfteten Zimmer auch mit einem solchen genügend frische Luft in das Bett, wenn auf den Himmel verzichtet wird.

Möbel ohne Schadstoffe

Gerade bei kleinen Kindern sollten Sie darauf achten, dass sie nicht mit gefährlichen Substanzen in Berührung kommen. Dies betrifft vor allem auch die Möbel im Babyzimmer, denn Kleinkinder haben meistens eine Phase, in der sie alles anknabbern, was sie in die Finger bekommen. Wenn Sie das Babyzimmer einrichten, sollten Sie daher darauf achten, Möbel zu kaufen, die keine Schadstoffe enthalten. Um solche Möbel zu erkennen, stehen Ihnen verschiedene Organisationen zur Seite, die ungefährliche Möbelstücke mit Ihren Qualitätszeichen und Gütesiegeln ausweisen. Treffen Sie also beispielsweise auf den Blauen Engel, das Goldene M oder auf das Öko-Kontrol-Siegel, können Sie sicher sein, dass Sie Möbel erwerben, die für Ihr Kind völlig ungefährlich sind. Das Institut für Umwelt und Gesundheit weist mit seinem Produktsiegel zudem Möbel aus, die für Allergiker geeignet sind. Sind in Ihrer Familie also Allergien bekannt, sollten Sie auch nach diesem Siegel Ausschau halten.

Neben den Möbeln sollte aber auch das restliche Zimmer kleinkindgerecht sein. Sobald Ihr Kind anfängt zu krabbeln und seine Welt zu erkunden, ist nichts mehr vor ihm sicher. Versehen Sie also Steckdosen unbedingt mit Kindersicherungen oder kleben Sie sie gänzlich ab. Auch Kabel – beispielsweise von Lampen – sollten festgeklebt oder am besten gleich gänzlich vermieden werden. Bringen Sie grundsätzlich alles außer Reichweite Ihres Kindes, was nicht für es bestimmt ist und an dem es sich im schlimmsten Fall verletzen kann.

Gemütlichkeit und Wohlempfinden

Ein Schaukelstuhl passt wunderbar in ein Babyzimmer.

Ein Schaukelstuhl passt wunderbar in ein Babyzimmer.

So sicher ein Babyzimmer auch für das kleine Kind sein soll – gänzlich auf Dekoartikel und andere Gegenstände, die zum Wohlbefinden beitragen, sollten Sie nicht verzichten. Ein Mobile stellt beispielsweise eine hübsch anzusehende Beschäftigung für Ihr Kind dar, und auch die klassische Spieluhr, die beim Einschlafen hilft, darf natürlich nicht fehlen. Statten Sie das Babyzimmer auch ruhig mit einem gemütlichen Sessel oder Schaukelstuhl aus, auf dem Sie stillen oder Ihr Kind einfach nur im Arm wiegen können. Vor allem in der Nacht wird Ihnen eine solche Sitzgelegenheit gute Dienste leisten. Sehr von Vorteil ist ebenfalls eine dimmbare Leuchte. Der sanfte und warme Lichtschein sorgt nicht nur für eine angenehme Atmosphäre, es stört auch nur minimal die Nachtruhe und sorgt dafür, dass Ihr Kind schneller wieder einschläft. Das Spiel von Licht und Dunkelheit sollten Sie ohnehin bewusst nutzen, um Ihrem Kind die Tageszeiten nahezubringen. Dunkeln Sie tagsüber auf keinen Fall das Zimmer ab, wenn Ihr Kind schläft. Im Gegenzug sollten Sie nachts auf Lichtquellen und übermäßige Berührungen verzichten. So lernt Ihr Kind schnell den Unterschied zwischen Tag und Nacht.

Bei der Einrichtung eines Babyzimmers gibt es viele Möglichkeiten. Neben ein paar Dingen, die beachtet werden sollten, haben Sie alle Freiheiten bei der Gestaltung des Raums. Das Wichtigste ist dabei, dass Sie sich in dem Zimmer letztendlich wohlfühlen – denn wenn das der Fall ist, wird dies bei Ihrem Baby nicht anders sein.

Lesen Sie auch die anderen beiden Teile dieser Serie:
Das Reich der Kleinen – Teil 2: Das Kinderzimmer als Räuberhöhle
Das Reich der Kleinen – Teil 3: Selbstbestimmung im Jugendzimmer

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