Zwischen Wasserflecken und Abfärbungen – so pflegen Sie Ihre Ledermöbel richtig

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Bei der Einrichtung des Wohnzimmers soll es meist gemütlich und stylisch zugleich aussehen. Nicht zuletzt deswegen, entscheiden sich viele Familien und Einzelpersonen für Ledergarnituren. Diese haben ein ansprechendes Erscheinungsbild, verleihen ein kleines Gefühl von Luxus, sind ausgesprochen bequem und brauchen im Gegenzug nicht viel Pflege. So heißt es zumindest. Doch so wenig Pflege ein Ledermöbelstück auch brauchen mag: Dann muss es aber auf jeden Fall die richtige Pflege sein! Ansonsten wird der Besitzer mit Verfärbungen, Flecken und Rissen bestraft. Wenn Sie auch ein oder mehrere Ledermöbelstücke in Ihrer Wohnung stehen haben, dann lohnt es sich für Sie, nun weiterzulesen. Im Folgenden verraten wir Ihnen nämlich, wie Sie ihre Ledermöbel richtig pflegen, um sich so lange wie möglich an diesen erfreuen zu können.

Für jeden Ledertyp die richtige Pflege

Ledermöbel sehen toll aus, brauchen aber die richtige Pflege, um auch nach Jahren noch so auszusehen. (Quelle: hitmeister.de)

Ledermöbel sehen toll aus, brauchen aber die richtige Pflege, um auch nach Jahren noch so auszusehen. (Quelle: hitmeister.de)

Leder ist nicht gleich Leder. Es gibt die unterschiedlichsten Lederarten mit jeweils unterschiedlichen Qualitäten – und jedes Leder braucht eine ganz spezielle, auf es abgestimmte Pflege. Deswegen bekommen Sie beim Kauf eines Ledermöbelstücks meistens auch einen Pass mit, auf dem Sie Informationen zum Material finden und wie dieses am besten gepflegt wird. Es ist auch ratsam, sich an diese Anweisungen zu halten. Nur so können Sie die Qualität ihres Ledermöbelstücks aufrecht erhalten.

Grundsätzlich gibt es aber Dinge, die Sie bei allen Lederarten beachten können, damit ihr Möbelstück wie am ersten Tag ausschaut. Schützen Sie ihr Ledermöbelstück beispielsweise vor direkter Sonneneinstrahlung, denn die UV-Strahlung bleicht das Leder aus und lässt es unter Umständen sogar fleckig werden. Auch sollten Sie es vermeiden, eine Ledergarnitur direkt vor die Heizung zu stellen. Durch trockene Heizungsluft und Hitze, die von der Heizung ausgeht, wird Leder schnell hart, weil es seine innere Fettung verliert und dementsprechend austrocknet. Wenn Sie Schmutz von ihren Ledermöbeln entfernen möchten, so sollten sie die Schmutzpartikel auf keinen Fall wegreiben. Durch das Reiben würden Sie den Dreck noch mehr ins Leder hineindrücken, statt ihn zu entfernen. Betupfen sie daher lieber das Leder mit einem feuchten Tuch, wenn Sie Unreinheiten wie Wasserränder beseitigen möchten. Seien Sie mit Wasser allerdings sparsam. Es ist wichtig, dass Sie das Leder nicht durchnässen, denn dadurch entstehen Wasserflecken, die sich regelrecht ins Leder einbrennen und die sich oberflächlich nicht mehr entfernen lassen.

Im Internet finden sich viele Hausmittel und Tipps für eine gute Lederpflege, aber diesen Ratschlägen zu folgen ist ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Vertrauen Sie lieber auf spezielle Produkte von Herstellern, die sich mit der Pflege von Leder auch wirklich auskennen. Solche Pflegeprodukte sind stets auf spezielle Lederarten und Anwendungsbereiche abgestimmt und bringen daher nicht nur das gewünschte Ergebnis – sie sorgen auch dafür, dass Sie sich keine Gedanken darum machen müssen, dass ihr Ledermöbelstück nach der Reinigung ruiniert ist. Dennoch sollte auch bei solchen Mitteln immer das Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ gelten, denn Leder ist im Grunde nun einmal nichts anderes als Haut und ebenso wie auch die menschliche Haut reagiert Leder nicht immer auf die gleiche Art und Weise. Bevor Sie also eine großflächige Reinigung in Angriff nehmen, sollten Sie ihr ausgewähltes Reinigungsprodukt an einer unauffälligen Stelle testen.

Glatt- und Rauleder

Nicht jedes Lederpflegemittel ist für jede Lederart geeignet. (Quelle: hitmeister.de)

Nicht jedes Lederpflegemittel ist für jede Lederart geeignet. (Quelle: hitmeister.de)

Im Groben kann man Glatt- und Rauleder unterscheiden, wobei diese beiden Kategorien noch einmal spezielle Lederarten aufweisen, die sich in kleinen Punkten unterscheiden, dementsprechend aber auch eine andere Pflege benötigen. Zu den Glattledern gehört beispielsweise Anilinleder. Dieses ist im Gegensatz zu herkömmlichen Glattledern offenporiger, was zur Folge hat, dass Wasser leichter in das Gewebe eindringt. Dadurch wird es dunkler und entsprechend fleckig. Solche Verunreinigungen lassen sich in der Regel dann auch nicht mehr ohne professionelle Hilfe entfernen. Gerade deswegen ist bei solchen Ledern eine Prävention in Form eines regelmäßig aufzutragenden Pflegeschutzes sehr wichtig. Ansonsten können Sie alle mit Glattleder bezogenen Möbel mit einem weichen Tuch von Staub befreien. Bei stärkeren Verschmutzungen können diese mit einem leicht angefeuchteten Tuch entfernt werden, wobei Sie das Leder danach sofort mit einem trockenen Tuch nachbearbeiten sollten. Darüber hinaus sollten Sie alle drei bis sechs Monate einen speziellen Pflegeschaum oder eine Pflegemilch auftragen, um das Leder zu konservieren. So behält das Leder seine weiche Struktur, seine Geschmeidigkeit und seine Farbe bei.

Unter den Rauledern finden sich Nubuk- und Veloursleder. Dies sind geschliffene Leder mit einer samtigen Oberfläche, die allerdings auch sehr empfindlich sind. Diese Lederarten werden schnell fleckig und bleichen in kurzer Zeit aus. Grundsätzlich bietet es sich bei solchem Leder an, Staubpartikel mit einem Staubsauer abzusaugen. Zudem können speckige Stellen vorsichtig mit einer Gummibürste oder einem Schaumstoffschwamm aufgeraut werden, ehe der Schmutz aufgesaugt wird. Durch behutsames Aufbürsten kann das Leder so in einen recht neuen Zustand zurückversetzt werden. Doch auch bei Rauleder sollten Sie nicht auf spezielle Pflegeprodukte verzichten. Verwenden Sie ein Mittel, das vor dem Austrocknen und dem Ausbleichen schützt. So behält Ihr Leder seine Farbe und wird nicht speckig. Dabei sollten Sie allerdings auf Nassreiniger verzichten, da die Wirkung recht gering ist und das Leder dadurch nur unnötig nass wird, was zu Wasserrändern führen kann. Darüber hinaus ist eine Imprägnierung anzuraten, die mindestens einmal jährlich wiederholt werden sollte. So schützen Sie Ihre Möbel aus Rauleder effektiv vor Flecken und Verschmutzungen.

Tipps gegen spezielle Verunreinigungen

Da Ledermöbel wie auch jedes andere Möbelstück regelmäßig in Anspruch genommen werden, können Verschleißerscheinungen nur in geringem Maße verhindert werden. Ebenso kommt es immer mal vor, dass ein Getränk verschüttet wird oder man mit dem Kugelschreiber über das Leder fährt – egal wie sehr man aufpasst. In vielen Fällen können Sie solche Verunreinigungen und Verschleißerscheinungen selbst beseitigen und müssen dafür nicht unbedingt zu einem Fachmann gehen.

Je älter ein Leder ist, desto häufiger kommt es vor, dass es zu kleineren Beschädigungen kommt. Bei sichtbaren Kratzern braucht es meist nicht mehr als eine Farbangleichung. Ein entsprechendes Mittel finden Sie in jedem guten Fachhandel. Sollte es sich bei der Beschädigung jedoch um kleine Risse handeln, bietet sich eine Behandlung mit Flüssigleder an. Mit einem solchen können Sie Einkerbungen füllen und sozusagen zuspachteln. Bei der Anwendung von Flüssigleder müssen Sie jedoch darauf achten, dass das Leder richtig sauber, weich und glatt ist. Da Flüssigleder nach dem Trocknen glänzt, ist es zudem ratsam, die behandelte Stelle einer Farbangleichung zu unterziehen. So verschwindet die Erkennbarkeit der behandelten Stelle.

Kugelschreibertinte lässt sich nur sehr schwer aus Leder entfernen. (Quelle: hitmeister.de)

Kugelschreibertinte lässt sich nur sehr schwer aus Leder entfernen. (Quelle: hitmeister.de)

Wenn Tinte oder Kugelschreiberfarbe aufs Leder gerät, ist die richtige Entfernungsmethode von der Lederart abhängig – allerdings gilt bei jeder Lederart, dass Reinigungsmethoden an einer unauffälligen Stelle vorher getestet werden sollten. Bei pigmentierten Glattledern gilt grundsätzlich folgende Regel: Je älter der Strich desto schwieriger ist es, diesen aus dem Leder zu lösen. Deswegen sollten Sie immer sofort handeln. Am besten benutzen Sie dafür Kreppband und einen Kugelschreiber- beziehungsweise Tintenkiller. Kleben Sie das Kreppband auf den Strich und ziehen es dann wieder ab. Wiederholen Sie den Vorgang so lange bis der Strich nicht mehr abfärbt. So entfernen Sie überschüssige Tinte. Danach entfernen Sie den Strich mit dem Kugelschreiber- beziehungsweise Tintenkiller. Die dadurch gelöste Tinte wischen Sie mit einem weichen Tuch einfach weg. Wenn die Tinte hartnäckig im Leder sitzt, können Sie mit dem Stift auch fester aufdrücken. Bei älteren Tintenflecken kommen Sie um eine Farbangleichung nach der Behandlung mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht herum. Bei Rauleder ist der Vorgang derselbe, kann hier allerdings noch durch das Aufrauen und Schleifen des Leders unterstützt werden. Allerdings sollten Sie darauf achten, nicht zu lange an einer Stelle zu schleifen. Sollte der Tintenstrich nicht gänzlich verschwinden, ist es bei Rauleder besser, einen verblassten Strich zurückzulassen, als das Material unnötig zu beschädigen. Bei Anilinleder sollten Sie die Reinigung einem Fachmann überlassen. Da dieses Leder sehr offenporig ist, vergrößert die hier beschriebene Methode den Schaden nur, statt ihn zu beheben.

Bei hellem Leder kann es vorkommen, dass Kleidungsstücke abfärben. Das Leder nimmt die Farbe so auf, dass sie mit herkömmlichen Reinigern nicht mehr zu entfernen ist. Für einen solchen Fall gibt es einen speziellen Lösungsmittelreiniger – GLD – den Sie nur im Fachhandel erwerben können. Der Einsatz von GLD ist jedoch ein wenig heikel, da es die Lederbeschichtung löst und man daher sehr darauf achten muss, dass man die Farbschicht bei der Reinigung nicht völlig entfernt. Wenn Sie sich an dieses heikle Verfahren nicht herantrauen, dann lassen Sie die Verfärbung besser von einem Fachmann entfernen. Doch auch trotz GLD kann es passieren, dass die Verfärbung nicht verschwindet. In diesem Fall muss Ihr Ledermöbelstück in der Ursprungsfarbe nachgetönt werden. Auch hierfür gibt es im Fachhandel spezielle Produkte.

(Quelle Titelbild: fotolia)

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