So schneiden Sie die Küchenarbeitsplatte selbst zu

grüne Küche

Beim Kauf einer neuen Küche benötigen Sie auch eine passende Arbeitsplatte. Einer bereits vorhandene Kücheneinrichtung kann hingegen durch eine neue Arbeitsplatte zu altem Glanz verholfen werden. Dabei können Sie sich überlegen, ob Sie die Sache selbst in die Hand nehmen anstatt die Arbeitsplatte im Baumarkt für viel Geld zuschneiden zu lassen. Wer seine Küchenoberfläche selbst zuschneidet, benötigt dabei lediglich etwas handwerkliches Geschick und ein paar Werkzeuge. Im zweiten Teil unserer Küchenarbeitsplattenserie zeigen wir Ihnen, wie Sie die Platte richtig zuschneiden und was sonst noch beachtet werden muss.

Stichsäge

Stichsägen sind das wichtigste Werkzeug beim Zuschneiden einer Arbeitsplatte

Benötigtes Material

Bevor Sie mit dem Ausmessen und dem anschließenden Zuschneiden beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie alle benötigten Geräte im Haus haben. Wer keine Säge besitzt, kann sich eine im Baumarkt ausleihen. Folgende Materialien benötigen Sie für ein optimales Arbeitsergebnis:

  • Zollstock
  • Bleistift
  • Holzbohrer
  • Stichsäge (gegebenenfalls einige Ersatz-Sägeblätter)
  • Silikon
  • Eventuell einen Bandschleifer und einen Elektrohobel

Vor dem Zuschneiden

Bevor Sie mit dem Zuschneiden der gekauften Platte beginnen, sollten Sie diese auf Schäden und Unregelmäßigkeiten prüfen. Entdecken Sie Fehler, können Sie die Platte immer noch im Baumarkt zurückgeben – sobald mit dem Zuschneiden begonnen wurde, ist das nicht mehr möglich. Außerdem sollte derjenige, der die Arbeitsplatte transportiert und zuschneidet, immer Schutzkleidung, bestehend aus Sicherheitsschuhen, Handschuhen und geeigneter Kleidung, tragen. Sie sollten auf keinen Fall vergessen, dass eine Arbeitsplatte sehr schwer ist, und außerdem unsaubere Kanten mit Holzsplittern haben kann. Auch die Schärfe einer Säge dürfen Sie nicht unterschätzen und sich deswegen für einen eventuellen Unglücksfall entsprechend rüsten.
Messen Sie nun die Länge und Breite, sowie alle Aussparungen für Kochfeld, Spülbecken und sonstige Geräte sehr genau aus. Bei vielen Spülen liegt bereits eine vorgefertigte Schablone bei, sodass Sie diese Maße nicht extra ausmessen müssen. Zeichnen Sie alle Messungen mit einem Bleistift auf die Unterseite der Arbeitsplatte auf. Wenn keine Schablone vorhanden ist, denken Sie daran, dass die später tatsächlich ausgeschnittenen Abschnitte kleiner ausfallen müssen, da ansonsten Spülbecken und Kochfeld durch die Löcher fallen. Normalerweise sollte die Aussparung etwa 2 cm schmaler sein, als das ausgemessene Gerät. Beachten Sie auch, dass die Arbeitsplatte etwas über der Küchenzeile herausstehen muss, berechnen sie also einen zwei bis drei Zentimeter langen Überstand mit ein.

Mann mit Stichsäge

Arbeiten Sie sorgfältig – Fehler können teuer werden
(Quelle: Fotolia.com)

Der Zuschnitt

Arbeiten Sie sehr sorgfältig, denn Fehler beim Zuschneiden können schnell teuer werden. Achten sie deswegen genau auf die richtigen Maße und messen Sie im Zweifelsfall noch einmal nach. Beim Zuschneiden sollte außerdem ein feines, scharfes und hochqualitatives Sägeblatt verwendet werden. Nur so bekommen Sie ein sauberes Ergebnis. Legen Sie die Arbeitsplatte sicher auf, sodass durch ein Abrutschen der Säge keine Beschädigungen an der Platte entstehen können. Besonders schmale Plattenabschnitte können leicht brechen oder ausreisen. Legen Sie deswegen die Arbeitsplatte so auf, dass sie einen sicheren Halt hat und Sie auch Bereiche in der Mitte aussägen können. Nun können Sie auch schon mit dem Zuschneiden beginnen.
Passen Sie zuerst die Arbeitsplatte an den Wandverlauf an. Da manche Wände schief sind oder Unregelmäßigkeiten aufweisen, müssen Sie die Arbeitsplatte entsprechend anpassen. Verwenden Sie dazu jeweils entweder eine Stichsäge, einen Elektrohobel oder einen Bandschleifer. Nachdem Sie die Arbeitsplatte auf die richtige Länge gebracht haben, können Sie nun die Aussparungen für Herd und Spüle aussägen. Dafür muss in einer Ecke der vorgezeichneten Aussparung mit einem Holzbohrer ein etwa zehn Millimeter dickes Loch gesetzt werden. Ausgehend von diesem Loch können Sie jetzt sorgfältig die Aussparung sägen. Achten Sie darauf, dass die verbleibenden Stege der Arbeitsplatte nicht brechen. Um die offenen Schnittkanten der Aussparungen vor Feuchtigkeit zu schützen, sollten Sie sie mit Silikon oder einem Dichtungsband versiegeln. Das ist vor allem bei Holz- und Schichtstoffplatten sehr wichtig, da die Arbeitsplatte sonst aufquellen kann. Wenn Ihre Platte über Eck gehen soll, wird es ein wenig komplizierter, denn Sie müssen sich für eine der folgenden Möglichkeiten entscheiden, mit denen eine solche Ecke gesetzt werden kann:

  1. Gerader Verbindungsschnitt mit einem Verbringungsprofil überbrücken → Kein Teil der Platte muss extra zugeschnitten werden, sondern die Verbindungsstelle zwischen den beiden Platten wird einfach überbrückt
  2. Spezieller Plattenschnitt → In einer der beiden Platten wird eine Aussparung eingesägt, in die ein herausstehender Teil der anderen Platte hineinpasst
  3. Gehrungsschnitt → Beide Platten werden geschnitten und im 45° Winkel aneinander gesetzt

Die Montage der Küchenarbeitsplatte

Nachdem alle Zuschneidearbeiten abgeschlossen sind, muss die Arbeitsplatte nur noch montiert und befestigt werden. Setzen Sie zuallererst die Armaturen in die Aussparungen. Undichte oder unregelmäßige Stellen müssen noch mit Silikon verschlossen werden. Bevor die Arbeitsplatte auf die Unterschränke aufgesetzt werden kann, müssen diese jedoch ausgerichtet werden. Das bedeutet, sie sollten gerade stehen und alle die gleiche Höhe haben.

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Die perfekte Küchenarbeitsplatte
(Quelle: iStockphoto.com)

Nun können Sie die Arbeitsplatte auflegen und an den Unterschränken befestigen. Greifen Sie dafür entweder zu einfachen Metallwinkeln aus dem Baumarkt oder verwenden Sie spezielle Korpus-Verbinder. Diese haben den Vorteil, dass sie aus zwei Einzelteilen bestehen, die jeweils an Unterschrank und Arbeitsplatte befestigt werden. Nach dem Zusammenstecken müssen diese beiden Teile nur noch miteinander verschraubt werden und können im Gegensatz zu Metallwinkeln jederzeit wieder gelöst werden.

Mit ein wenig handwerklichem Geschick und den passenden Arbeitswerkzeugen ist nahezu jeder in der Lage, seine Küchenarbeitsplatte selber zuzuschneiden. Neben Ärger wegen falscher Maße oder nicht ordentlich ausgeführter Arbeiten sparen Sie so auch eine Menge Geld.

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Miriam Gebbing

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