Weniger ist mehr – der japanische Wohnstil

Titelbild japanischer Wohnstil

Noch ein Bild an der Wand, eine weitere Dekofigur auf der ohnehin schon überfüllten Kommode – ein solcher Raum wirkt schnell überladen und erdrückend. Das genaue Gegenteil wird mit dem japanischen Wohnstil angestrebt. Erfahren Sie hier mehr über diese fernöstliche Art der Einrichtung und lassen Sie sich inspirieren!

Klare Linien, ruhige Ausstrahlung: die Grundsätze

Wohlfühlen, ohne sich mit überflüssigem Schnickschnack zu belasten, ist ein wichtiger Aspekt des japanischen Wohnstils. Dekorationselemente werden nur sparsam eingesetzt und auch in Bezug auf die Farben herrscht Minimalismus: Weiß oder Beige dominieren als hauptsächliche Wand- und Bodenfarbe auf der einen und Braun oder Schwarz in Form von Möbeln und Dekorationselementen auf der anderen Seite. Durch die hellen Farben wirkt der Raum größer, während die dunklen Farben die Wohnlichkeit erhöhen. Die Verwendung von Naturmaterialien ist ebenso ein wichtiger Grundsatz des japanischen Wohnstils. In einem traditionellen japanischen Haus sind die Möbel aus Holz gefertigt und der Boden wird mit Matten aus geflochtenem Gras mit Reisstrohkern („Tatami“) ausgelegt. Sitzmöglichkeiten finden sich nicht in Form von Stühlen, wie wir sie kennen, sondern bodennah in Form von Sitzkissen. Schiebetüren aus Papier („Shoji“) trennen die Räume, innerhalb dieser werden Paravents („Byōbu“) zur Raumteilung eingesetzt. Die Schlafmöglichkeiten sind keine Betten im westlichen Sinne, sondern Futons, die aus einer weichen Schlafunterlage, einer Bettdecke und einem kleinen Kissen bestehen und abends auf den Tatami ausgebreitet werden. Tagsüber werden sie wieder zusammengerollt und in einem Schrank verstaut.

Der japanische Wohnstil in Ihrem Zuhause

Japanischer Wohnstil im Schlafzimmer

Setzen Sie Dekorationselemente nur sparsam ein (Quelle: istockphoto)

Manchen gefällt der japanische Wohnstil so gut, dass sie ihre vier Wände detailgetreu einem traditionell japanischen Haus nachempfinden. Doch für die meisten Europäer eignet sich eine Anlehnung an diesen Stil besser als eine authentische Umsetzung, denn manche Elemente sind doch sehr ungewohnt: So erlauben die Papierschiebetüren nur wenig Privatsphäre, da jeder Laut ungefiltert nach außen dringt. Das Schlafen auf dem Boden empfinden zudem viele als störend. Nicht zuletzt sind Tatamis, die Fußbodenmatten aus Naturfaser, relativ empfindlich gegenüber Schmutz und sollten keinesfalls mit Straßenschuhen betreten werden.

Sie können aber ebenso Elemente des japanischen Wohnstils für Ihr Zuhause aufgreifen, ohne gleich Wände herauszureißen oder alle Stühle gegen Sitzkissen auszutauschen. Die klare, geradlinige Stimmung dieses Stils lässt sich auch weniger aufwändig gut nachahmen: Vermeiden Sie in erster Linie zu viele Farben in Ihren Räumen und wählen Sie für Wände und Böden Weiß oder Beige. Platzieren Sie Dekoration sparsam, sowohl an den Wänden als auch auf Möbelstücken. Gute Beispiele hierfür sind Bonsais oder Buddha-Figuren. Auch ein Paravent mit schwarzem oder braunem Holzrahmen und weißem Papier als Sichtschutz schafft ohne viel Mühe japanisches Flair. Wandtattoos mit japanischen Schriftzeichen runden die gelungene Einrichtung ab.

(Quelle Titelbild: istockphoto)

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