Farbe auf den Wänden – Teil 3: Kreative Streichtechniken

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Sauber gestrichene Wände – ob schlicht in Weiß oder auch kunterbunt – sind die einfachste Möglichkeit der Wandgestaltung. Dabei ist es aber gar nicht zwingend notwendig, beim Streichen akkurat zu streichen – vor allem, wenn Sie Ihren Wänden ein wenig mehr Pepp verleihen möchten. Denn die sauber und gleichmäßig gestrichenen Wandflächen sind nur eine von vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Es gibt verschiedene Techniken, mit denen Sie ganz individuelle Musterungen und Effekte bei der Arbeit mit Wandfarbe erzeugen können. Im dritten Teil unserer Reihe „Farbe auf den Wänden“ stellen wir Ihnen ein paar dieser Techniken vor.

Wischtechnik

Mit einem Naturschwamm erzeugen Sie individuelle Muster auf Ihrer Wand. (Quelle: fotolia)

Mit einem Naturschwamm erzeugen Sie individuelle Muster auf Ihrer Wand. (Quelle: fotolia)

Mit der so genannten Wischtechnik erzeugen Sie eine Wandmusterung, die man oft in mediterran eingerichteten Wohnungen findet. Der Effekt erinnert an unverputzte Gemäuer und schafft einen dreidimensionalen Farbeindruck. Bei dieser Technik steht es Ihnen frei, eine oder auch mehrere Farben zu verwenden. Dies ist ganz Ihren eigenen Vorlieben überlassen. Um ein harmonisches Gesamtbild zu erhalten, sollten Sie bei der Arbeit mit mehreren Farben allerdings immer solche aus derselben Farbfamilie nehmen. Wirklich entscheidend ist bei der Wischtechnik jedoch das Werkzeug, das Sie verwenden. Sie können sowohl Naturschwämme als auch Lappen, aber ebenso grobe Bürsten oder Handtücher benutzen. Je nachdem, mit welchem Hilfsmittel Sie arbeiten, erreichen Sie unterschiedliche Effekte. Versuchen Sie einfach einmal verschiedene Werkzeuge aus, um herauszufinden, mit welchem Ihnen die schönsten Strukturen gelingen. Die Technik selbst ist recht einfach: Tunken Sie eine Seite Ihres Hilfsmittels leicht in die Farbe und wischen Sie damit über die Wand. Wie Sie wischen, ist gänzlich Ihnen überlassen. Sie können sowohl mit geraden Linien als auch mit kreisenden Bewegungen die Wand einfärben. Auch hier sollten Sie im Vorfeld testen, welche Variante Ihnen besser gefällt.

Schwammtechnik

Bei der Schwammtechnik können Sie ebenso selbst entscheiden, ob Sie eine oder mehrere Farben verwenden möchten. Dabei gilt wieder: Das Endergebnis sieht harmonischer aus, wenn die Farben aus einer einzigen Farbfamilie stammen. Um die Effekte auf die Wand zu bekommen, brauchen Sie einen Naturschwamm. Es gibt allerdings auch spezielle Musterschwämme für diese Art der Wandgestaltung zu kaufen. Bevor Sie jedoch anfangen, die Wand mit dem Schwamm zu bearbeiten, müssen Sie diese zuvor grundieren – denn zum Schluss schimmert noch immer etwas von der unteren Wandfarbe durch. Diese Grundierung muss auch richtig getrocknet sein, ehe sie die zweite Farbschicht mit der Schwammtechnik auftragen. Dafür tauchen Sie eine Seite des Schwamms in die Farbe und tupfen dann mit diesem die Wand ab. Achten Sie darauf, dass Sie nicht mehrfach über ein und dieselbe Stelle tupfen – dadurch würden Sie den Effekt der Schwammtechnik zerstören. Bearbeiten Sie die gesamte Wand mit dem Schwamm. So erhalten Sie eine durchgehende, individuelle Musterstruktur auf Ihren Wänden.

Schablonentechnik

Im Gegensatz zur Wisch- und Schwammtechnik handelt es sich bei der Schablonentechnik weniger um eine Streich-, sondern vielmehr um eine Verzierungstechnik. Mit Schablonen können Sie Ihre Wände problemlos mit den unterschiedlichsten Mustern in Szene setzen. Die Schablonentechnik ist zudem eine tolle Alternative zum Wandtattoo. Wandschablonen können Sie in jedem gut sortierten Malergeschäft oder Baumarkt erwerben.

Mit Wandschablonen können Sie tolle Motive an Ihre Wand zaubern. (Quelle: hitmeister.de)

Mit Wandschablonen können Sie tolle Motive an Ihre Wand zaubern. (Quelle: hitmeister.de)

Um mit Wandschablonen schöne Ergebnisse zu erzielen, benötigen Sie neben der gewünschten Schablone und Wandfarbe noch Kreppband, einen Pinsel, einen Bleistift und eine Wasserwaage. Mit der Wasserwaage stellen Sie sicher, dass Sie das Motiv gerade an Ihrer Wand anbringen. Suchen Sie sich dafür eine Stelle an Ihrer Wand, an der Sie Ihr Motiv aufmalen möchten und kennzeichnen Sie die Stelle, indem Sie mit dem Bleistift einen kleinen Punkt auf die Tapete zeichnen. Mit der Wasserwage können Sie nun einen zweiten Punkt malen, der auf der gleichen Höhe wie der erste ist. Mit diesen beiden Punkten ist es Ihnen nun möglich, das Motiv gerade auf Ihre Wand zu bekommen. Wandschablonen weisen in der Regel an allen vier Ecken kreuzförmige Löcher auf. Halten Sie die Schablone so an die Wand, dass die beiden Punkte in der Mitte der beiden Kreuze liegen und befestigen Sie die Schablone dann mit dem Kreppband. Sollten die Punkte nicht weit genug auseinanderliegen, ist dies auch kein Problem: Benutzen Sie einfach die untere Kante der Schablone als Richtlinie. Auch so erreichen Sie eine waagerechte Fixierung. Sollten Sie die Schablone mehrmals verwenden wollen – beispielsweise, um eine durchgehende Linie aus Mustern auf Ihrer Wand zu erzeugen –, müssen Sie die erwähnten Kreuze an den Ecken der Schablone mit dem Bleistift ausmalen. So erzeugen Sie Hilfsmittel, mit denen Sie sicher gehen können, dass die Motive stets auf ein und derselben Höhe liegen.

Haben Sie die Schablone fixiert, können Sie beginnen, die Farbe aufzutragen. Streichen Sie dafür einfach mit dem Pinsel und der Farbe über die Plastikvorlage. Wenn dies geschehen ist, können Sie diese vorsichtig von der Wand entfernen und die Farbe trocknen lassen. Vor allem, wenn Sie die Schablone mehrfach verwenden möchten, sollten Sie sie nach jedem Durchgang säubern. So verhindern Sie, dass die Wand an einer unerwünschten Stelle mit Farbe versehen wird. Die Hilfslinien, die Sie mit dem Bleistift gemalt haben, können Sie zum Schluss einfach mit einem feuchten Lappen von der Wand wischen.

Lesen Sie auch die ersten beiden Teile dieser Serie:
Farbe auf den Wänden – Teil 1: Grundlagen des Streichens
Farbe auf den Wänden – Teil 2: Farbspiele

(Quelle Titelbild: fotolia)

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