Farbe auf den Wänden – Teil 1: Grundlagen des Streichens

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Es ist nicht nur beim Umzug ein Thema: Die weiße Farbe auf Ihren Wänden wird schnell grau – oder sogar gelb, wenn es sich um einen Raucherhaushalt handelt – und dies bedeutet, dass in regelmäßigen Abständen eine Renovierung ins Haus steht. Viele Leute engagieren dann Fachmänner, die die vergilbte und abgenutzte Farbschicht erneuern, und greifen dafür teilweise tief ins Portemonnaie. Dabei ist dies gar nicht notwendig. Im ersten Teil unserer dreiteiligen Reihe zum Thema „Streichen“ erfahren Sie, welche Grundregeln Sie beachten sollten, um ganz alleine Ihre Wände richtig zu streichen – ohne, dass dabei eine fleckige und unregelmäßige Farbfläche entsteht.

Die Grundausstattung

Fellrolle und Abstreifgitter gehören beim Streichen zur Grundausstattung. (Quelle: hitmeister.de)

Fellrolle und Abstreifgitter gehören beim Streichen zur Grundausstattung. (Quelle: hitmeister.de)

Bevor Sie sich daran machen, Ihre Wand zu streichen, müssen Sie erst einmal alles besorgen, was Sie dafür brauchen. Einfach nur einen Farbeimer und einen Pinsel in die Hand zu nehmen, reicht dabei auf keinen Fall aus. Die richtige Grundausstattung ist das A und O, wenn Sie ein gutes Ergebnis erzielen wollen. Rüsten Sie sich daher nicht nur mit einem Farbeimer und einem Eckpinsel, sondern auch mit einem Abstreifgitter, einer Fellrolle und Kreppband aus. Mit diesen Utensilien gelingt Ihnen eine gut gestrichene Wand ganz bestimmt.

Die Wand vorbereiten

Haben Sie alle nötigen Materialien bei sich, können Sie anfangen, die Wand für Ihren neuen Anstrich vorzubereiten. Verfügt die zu streichende Wand über Lichtschalter und Steckdosen, so nehmen Sie die Abdeckungen dieser ab. Das erleichtert Ihnen das Streichen ungemein, da Sie nicht darauf achten müssen, die Plastikabdeckungen nicht mit einzufärben. Denken Sie dabei aber bitte daran, den Strom vorher mithilfe der Sicherung abzustellen. Auch bei Tür- und Fensterrahmen sollten Sie besonders achtsam sein, denn Wandfarbe lässt sich nur schwer von Plastik und Aluminium sowie Holz lösen. Da Sie Tür- und Fensterrahmen nicht einfach abnehmen können, müssen diese mit dem Kreppband abgeklebt werden. So ist es nicht schlimm, wenn Sie mit dem Pinsel oder der Fellrolle abrutschen sollten. Fußleisten sollten Sie ebenfalls abkleben, wenn Sie diese für den Streichvorgang nicht abnehmen können. Ist dies getan, kehren Sie die Wände mit einem weichen Handfeger ab, um Schmutz, der an der Wand haftet, zu entfernen. Dies ist dahingehend wichtig, dass gerade weiße Wandfarbe schnell durch Schmutzpartikel verunreinigt wird und die Farbe zudem auf einem unreinen Untergrund nicht sonderlich gut hält. Abschließend ist es ratsam, den Boden mit Malerfolie abzukleben. So vorsichtig Sie auch sein mögen – mit großer Wahrscheinlichkeit wird etwas Farbe auf den Boden tropfen.

Die richtige Vorgehensweise

Egal, was für eine Wandfarbe Sie verwenden möchten – bevor es ans Streichen geht, muss jede Farbe gut durchgerührt werden. Verwenden Sie dafür ein Stück Holz und rühren Sie solange bis die Farbmasse sich geschmeidig verrühren lässt. Erst wenn dies getan ist, kann mit dem Streichen begonnen werden. Dabei widmen Sie sich am besten zuerst den abgeklebten Stellen an den Türen und Fenstern. Nehmen Sie den Eckpinsel oder die kleinste Fellrolle, die Sie im Baumarkt erwerben können, und streichen Sie die Farbe wie einen Rahmen um die abgeklebten Bereiche. Gleiches gilt für die Kanten zwischen den Wänden und der Decke. Alle Bereiche, die Sie mit der großen Fellrolle nicht gut erreichen, sollten Sie mit dem Eckpinsel oder der kleinen Fellrolle bearbeiten.

Mit einer Teleskopstange erreichen Sie ganz leicht die oberen Bereiche Ihrer Wände. (Quelle: fotolia)

Mit einer Teleskopstange erreichen Sie ganz leicht die oberen Regionen Ihrer Wände. (Quelle: fotolia)

Danach geht es an die großen Flächen. Hierfür verwenden Sie die große Fellrolle. Benutzen Sie auf jeden Fall auch das Abstreifgitter. Diese sind im Normalfall so konzipiert, dass sie am Farbeimer befestigt werden können. Tunken Sie die Fellrolle in die Farbe und rollen Sie danach mit dieser ein paar Mal über das Abstreifgitter. So wird überschüssige Farbe nicht nur wieder abgegeben, die Farbe verteilt sich auch gleichmäßiger auf der Rolle. Wiederholen Sie diesen Vorgang immer, wenn Sie die Fellrolle in die Farbe tunken. Um die Farbe nun ordentlich auf Ihre Wand zu bringen, sollten Sie sich ein paar Ratschläge zu Herzen nehmen: Streichen Sie Ihre Wände stets vom Fenster aus in den Raum hinein. Durch den Lichteinfall erkennen Sie so leichter, welchen Bereich Sie bereits gestrichen haben. Vermeiden Sie es zudem, die Fellrolle kreuz und quer über die Wand zu ziehen. Dies führt zu einem unregelmäßigen Anstrich. Streichen Sie lieber in Bahnen, immer von oben nach unten oder von unten nach oben. Benutzen Sie auch gerne eine Teleskopstange, um mit der Fellrolle bis zur Decke zu gelangen. Alternativ können Sie aber auch mit einer Leiter dafür sorgen, dass Sie die oberen Bereiche Ihrer Wände erreichen. Probieren Sie am besten einfach einmal aus, mit welchem Hilfsmittel Sie besser zurechtkommen. Außerdem sollten Sie während des Streichvorgangs nach Möglichkeit keine längere Pausen machen, da sie eine gleichmäßigere Fläche erzielen, wenn Sie nass in nass streichen.

Die letzten Schritte

Ist Ihnen dies gelungen, sind Sie so gut wie fertig. Während die Farbe trocknet, können Sie den Pinsel und die Fellrolle gründlich unter fließendem Wasser reinigen. Wenn Sie die Utensilien noch einmal verwenden möchten, sollten Sie dabei sehr gründlich sein, denn die kleinsten Farbreste machen die Borsten beziehungsweise die Fasern hart und das Werkzeug für einen weiteren Streicheinsatz unbrauchbar. Sollten Sie direkt nach dem Streichen keine Zeit haben, um die Materialien zu säubern, so legen Sie diese in ein Wasserbad. Dadurch wird die Farbe nicht hart und Sie können die Reinigung zu einem späteren Zeitpunkt vornehmen. Nach ungefähr einer Stunde Trocknungszeit dürfen Sie schließlich das Kreppband an Tür- und Fensterrahmen entfernen. Wenn die Farbe gänzlich getrocknet ist, befestigen Sie Ihre Fußleisten und die Abdeckungen für Lichtschalter und Steckdosen einfach wieder an der Wand.

Lesen Sie auch den zweiten und dritten Teil dieser Serie:
Farbe auf den Wänden – Teil 2: Farbspiele
Farbe auf den Wänden – Teil 3: Kreative Streichtechniken

(Quelle Titelbild: fotolia)

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