Die Arbeitsplatte in der Küche: Grundlagen und Materialkunde

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Kein anderer Gegenstand wird in der Küche so stark beansprucht wie die Arbeitsplatte. Auf ihr werden Speisen vorbereitet, sowie Töpfe und Pfannen abgestellt. Hinzu kommt eine andauernde Belastung in Form von Wasser, Reinigungsmitteln und Stößen aller Art. Damit eine Küchenarbeitsplatte viele Jahre hält, sollte sie folgende Kriterien erfüllen: Die Platte sollte sich schnell und einfach reinigen lassen und zudem hygienisch sowie alltagstauglich sein. Eine große Auswahl an Küchenarbeitsplatten in verschiedenen Materialien, Designs und Preisklassen erschwert die Wahl der richtigen Platte. Im ersten Teil unserer Küchenarbeitsplatten-Serie möchten wir Ihnen zeigen, welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Materialien mit sich bringen und welche Arbeitsplatte eventuell die richtige für Sie sein könnte.

Der Klassiker – Arbeitsplatten aus Schichtstoff

In den meisten Küchen finden sich Arbeitsplatten aus Schichtstoff. Kein Wunder, denn sie ist dem Vorbild Granit oder Holz sehr ähnlich und optisch äußerst wandelbar. Diese Küchenarbeitsplatte besteht aus einer Spanplatte mit einer aufgeleimten Schichtstoff-Auflage und ist somit sehr belastbar. Da die Platte allerdings nur bedingt kratzfest und hitzebeständig ist, sollten Sie davon absehen, heiße Töpfe oder Pfannen auf dieser Oberfläche abzustellen und nicht mit einem Messer direkt auf der Platte schneiden. Für die Reinigung der Arbeitsplatte können nahezu alle gängigen Mittel verwendet werden, allerdings sollte Sie aufgrund der Plastikbeschichtung von Reinigungsmitteln absehen, die scheuernde oder schleifende Teilchen enthalten. Diese können die Oberfläche angreifen und verändern. Verzichten Sie außerdem auf Stahlwollschwämme, sondern reinigen Sie stattdessen eine Schichtstoffplatte mit einem weichen Tuch.

Granitküche

Granitarbeitsplatten sind elegant und zeitlos
(Quelle: fotolia.com)

Zeitlose Eleganz mit Granitplatten

Granit- und Natursteinplatten sind sehr schwer und im Einbau aufwändig, jedoch äußerst langlebig und unempfindlich. Heiße Töpfe können problemlos auf dieser Arbeitsfläche abgestellt werden, außerdem kann auf einer Granitplatte direkt geschnitten werden, sodass keine Schneidebretter benötigt werden. Aufgrund des Materials kann es jedoch sein, dass die Arbeitsplatte zerspringt, wenn schwere Gegenstände auf sie drauffallen. Ein weiterer Nachteil ist außerdem, dass Naturstein wie Granit oder Marmor sehr saugfähig ist. Deswegen wird empfohlen alle ein bis zwei Jahre die Arbeitsplatte mit einer Spezialimprägnierung zu behandeln. Achten Sie auch bei der Reinigung auf säurefreie Mittel und verzichten Sie auf Essigreiniger. Achtung: Marmor als Natursteinplatte ist eher ungeeignet. Auch wenn er optisch anspricht, ist er doch für eine Küchenarbeitsplatte zu weich und nicht säurefest genug.

Für Individualisten: Glasplatten

Moderne Glasarbeitsplatten verfügen über besondere Eigenschaften: Sie sind sehr hygienisch und einfach zu reinigen. Ein weiterer Vorteil dieser Arbeitsplatten ist, dass sie kein Wasser annehmen und somit keine Wasserflecke entstehen können. Außerdem sind sie geruchsneutral und nehmen keine Gerüche auf. Jedoch zerkratzen Glasplatten sehr schnell, weswegen Sie beim Schneiden auf einer solchen Platte immer eine Unterlage verwenden müssen. Ebenso wie Natursteinplatten können Glasplatten schnell zu Bruch gehen. Achten Sie deswegen darauf, dass keine schweren Gegenstände auf die Oberfläche fallen.

Holzküche

Holzarbeitsplatten verleihen der Küche einen wohnlichen Charakter
(Quelle: fotolia.com)

Holzplatten sind echte Unikate

Echtholzplatten haben einen wohnlichen und gemütlichen Charakter, sind unverfälscht und ökologisch absolut unbedenklich. Dabei gibt es eine enorme Vielfalt an verschiedenen Produkttypen und Verarbeitungsarten. Es empfiehlt sich, zu härteren Holzarten wie Eiche, Ahorn oder Buche zu greifen. Doch auch härtere Holzarten haben den Nachteil, dass sie nicht sonderlich hitzebeständig sind. Außerdem bekommen Echtholzplatten schnell Kratzer oder Flecken und können nicht als Schneidebrett verwendet werden. Sie sollten auch darauf achten, dass sich kein Wasser auf der Holzplatte ansammelt, auch feuchte Schwämme und Tücher dürfen auf dieser Oberfläche nicht für längere Zeit abgelegt werden. Die Reinigung einer Echtholzplatte ist zwar relativ zeitintensiv, wenn Sie jedoch Ihre Arbeitsplatte regelmäßig imprägnieren, kann sie viele Jahre halten. Außerdem hat Holz den Vorteil, dass es immer wieder abgeschliffen werden kann und so dann wie neu aussieht.

Edelstahlplatten – ein neuer Trend?

Während Arbeitsplatten aus Edelstahl früher hauptsächlich in Großküchen eingesetzt wurden, sind sie mittlerweile auch in der heimischen Küche immer beliebter. Kein Wunder, denn Edelstahlplatten sind hygienisch, äußerst hitzebeständig und leicht zu reinigen. Am schönsten wirken Edelstahlflächen, wenn sie frisch poliert sind. Allerdings sind auch diese Arbeitsplatten nicht zu 100 Prozent kratzfest, kleinere Kratzer können jedoch mit Hilfe eines Spezialreinigers wieder entfernt werden. Edelstahlküchen sind äußerst praktisch, sprechen optisch jedoch nicht unbedingt jeden an.

Wichtig bei der richtigen Materialauswahl für die Küchenarbeitsplatte ist auch die Umgebung, beziehungsweise der Rest der Küche. Während in einer typischen Landhausküche eine Granitplatte eventuell deplatziert aussieht, kann sie in einer modernen Hightech-Küche wiederum optisch genau passen. Bevor Sie sich für ein Material entscheiden, sollten Sie außerdem überlegen, was Sie von einer Arbeitsplatte erwarten. Kochen Sie regelmäßig und auch in einer größeren Gruppe? Dann empfiehlt sich eine robuste und langlebige Arbeitsplatte aus Granit. Wer Kinder hat, sollte vielleicht doch eher zu einer Schichtstoff-Platte wählen. Wenn die Küche eher optisch beeindrucken soll, können Sie ruhig zu einer modernen Glasplatte greifen. Damit Ihre Arbeitsplatte viele Jahre hält, sollten Sie auf keinen Fall die richtige Pflege vernachlässigen. Erkundigen Sie sich im Zweifel bei Ihrem Baumarkthändler.

>>> Weiter zu Teil 2: Arbeitsplatte zuschneiden

Miriam Gebbing

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